"Wer heute Goldschmied lernt, muss Idealist sein", sagt Goldschmiedin Britta Jansohn. Denn die Preise für Gold und Edelsteine sind gestiegen, und Kunden überlegen heute länger, ob sie den teureren Schmuck kaufen sollen.
Der Beruf ist Britta Jansohn "in die Wiege gelegt" worden: Ihre Mutter war Goldschmiedin. Ihre Schulferien verbrachte sie in der Goldschmiede-Werkstatt ihrer Tante. Heute ist Jansohn selbständige Goldschmiedin. An die Werkstatt, in der sie arbeitet, ist ein Laden angeschlossen. "Der Kundenkontakt ist mir sehr wichtig", sagt Jansohn. Denn ihre Schmuckstücke entwickelt sie oftmals gemeinsam mit ihren Kunden.
Nachdem sie zum Beispiel für einen Ring Schiene und Fassung gefertigt hat, probiert der Kunde den Ring an. Manchmal entwickeln sich dabei neue Ideen für die weitere Bearbeitung. "Der Prozess von der Idee bis zur Fertigstellung dauert ein paar Wochen; das geht nicht von heute auf morgen", sagt Jansohn. Goldschmiede müssen daher viel Geduld haben und vor allem sehr sorgfältig arbeiten können.
Zeit und handwerkliches Geschick haben ihren Preis. Doch viele Kunden verstehen nicht mehr, warum handgefertigter Schmuck so teuer ist. Wer sich trotz allem für diesen Beruf interessiert, dem empfiehlt Jansohn, vorab ein Praktikum in einer Werkstatt zu machen. Denn dann zeigt sich, ob Feinmotorik, Ausdauer und Kreativität ausreichen.
Tipps zu freien Ausbildungsplätzen in der Nähe geben übrigens auch die "Lehrlingswarte" bei den zuständigen Handwerkskammern.