Portrait: Fleischerei Meyer

100 % Heimat – 100 % Tradition

Vor fast 150 Jahren landete der gebürtige Franzose und gelernte Schlachter Alfons Meyer als Kriegsgefangener nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/1871) in Minden - und blieb. „Der Franzmann“ – so hieß er im Ort - heiratete die Witwe Beate Schäfer, deren verstorbener Mann aus Hille kam. Damit begann die Unternehmensgeschichte der Fleischerei Meyer in Hille, die heute in fünfter Generation fortgesetzt wird – und zwar sehr erfolgreich.

Gründung im Jahr 1873

Fleischerei Meyer - Luftaufnahme von 1964
Luftaufnahme Wohn- und Geschäftshaus von 1964

Im Jahr 1873 mietete Alfons Meyer das Haus Nr. 76 und nutzte die Diele für die Schlachtung. (Heute befindet sich hier die Gaststätte „Zum Timpen“.) Er ging in Hille von Haus zu Haus und verkaufte seine Wurst- und Fleischwaren. Schon sehr bald kamen auch die Mindener in den Genuss seiner Waren, die er auf dem dortigen Markt anbot. Diesen Geschäftszweig führte auch sein Sohn Josef, der im Ort den Beinamen „Franzmanns Josef“ trug, bis zum 2. Weltkrieg fort. Gründer Alfons Meyer war es auch noch, der das erste Grundstück des heutigen Firmensitzes an der Dorfstraße 3 erwarb. Nach und nach erweiterten seine Nachfolger später durch diverse Zukäufe das Firmengelände.

Günter Meyer sen. übernahm die Geschäfte nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1947 und fing wieder bei „Null“ an. In den 1950er Jahren entstanden an der Dorfstraße 3 in Hille das Wohn- und Geschäftshaus sowie die moderne Schlachterei - beides wird bis heute genutzt. Der Ladenverkauf begann. Günter Meyer fand neue Absatzgebiete im Ruhrgebiet, die bis in die 1980er Jahre regelmäßig beliefert wurden.

Seit 2014 führt Carsten Meyer die Geschäfte

Anne und Carsten Meyer
Anne und Carsten Meyer

Die Schlachterei Meyer lieferte Qualität, das belegten zahlreiche Auszeichnungen. Günter Meyer sen. erweiterte seinen Abnehmerkreis um Handelsketten wie Coop, EDEKA und weitere regionale Verbrauchermärkte – bis heute ein wichtiges Standbein des Unternehmens.

Mit dem Rückgang der bis in die 1970er Jahre auf dem Dorfe üblichen Hausschlachtungen und steigenden Ansprüchen an das, „was auf den Tisch kommt“, wuchs die Nachfrage nach Wurst- und Fleischwaren vom Metzger. Inzwischen war mit Dietmar und Günter Meyer jun. schon die vierte Generation in der Verantwortung.  Anfang der 1990 er Jahre – als viele Gaststätten schlossen und Familienfeiern in Dorfgemeinschaftshäusern oder zu Hause stattfanden - entstand als weiterer Geschäftszweig der Partyservice. Seit 2014 führt mit Sohn Carsten die fünfte Generation die Geschäfte, unterstützt von seiner Frau Anne.

Welches Erfolgsrezept steckt dahinter?

Traditionsprodukte der Fleischerei Meyer
Traditionsprodukte der Fleischerei Meyer

Erstens: Handwerkliches Können in Verbindung mit Fleiß und Liebe zum Beruf. „Einen Acht-Stunden-Tag gab es für uns nicht“, sagt Seniorchef Günter Meyer. Auch Wochenenden  und Feiertage waren nicht immer arbeitsfrei – oft sah man Günter oder Dietmar selbst auf Schützenfesten oder dem Hiller Markt die Bratwurstbude beliefern.

Zweitens: Der Zusammenhalt in der Familie und die gemeinsame Arbeit für das Unternehmen, jeder an seinem Platz. Bis heute verkauft Seniorchefin Helga Meyer im Stammgeschäft in Hille mit. Günter und Dietmar Meyer trifft man immer noch in der Schlachterei an, und Dietmars Frau Uschi unterstützte bis vor kurzem im Büro. Dort findet man heute Carstens Frau Anne Meyer.

Im Laufe der Jahrzehnte entstanden viele Traditionsprodukte aus dem Hause Meyer, die inzwischen weit über Hille hinaus gefragt sind. Meyers Bratwurst, Meyers Stippgrütze, die „Hausmacher-Mettwurst“, um nur einige der beliebten Dauerbrenner zu nennen, sind in Geschmack und Qualität einzigartig. Die Rezepturen sind streng geheim, sie werden von Generation zu Generation überliefert. „Das ist unser Schatz, den hüten wir!“, sagt Carsten Meyer.

Dritte Grundlage für den dauerhaften Erfolg: Nur bestes Fleisch aus der Region wird verarbeitet. „Unsere Lieferanten sind heimische Landwirte. Die Tiere werden bei ihnen artgerecht gehalten. Die Lieferwege sind sehr kurz. Daraus ergibt sich gutes Fleisch, das in eigener Schlachtung unter höchsten Hygienestandards verarbeitet wird. Billigfleisch kommt bei uns nicht in die Wurst“, so Carsten Meyer. Die hochwertigen Rohstoffe und modernste Fertigungstechnik sorgen für Frische und beste Qualität. Zertifikate wie das „QS“-Siegel (Qualität und Sicherheit) sowie viele Auszeichnungen bei Qualitätswettbewerben der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) belohnen dies.

Belegschaft der Fleischerei Meyer 1952
Belegschaft der Fleischerei Meyer 1952

Viertens: „Unser Mitarbeiter-Team macht den Unterschied“, findet Carsten Meyer. Und auch hier legt der Unternehmer Wert auf Qualität: Der Betrieb bildet selbst Fleischer/innen und Fleischfachverkäufer/innen aus. Darüber hinaus beschäftigt er qualifiziertes Personal mit langer Betriebszugehörigkeit - teilweise schon über viele Jahrzehnte. So wurden aus dem einen Beschäftigten, der bei Firmengründung im damaligen Gewerberegister eingetragen war (Alfons Meyer selbst), bis heute rund 60 dauerhaft beschäftigte Mitarbeiter/innen.

Sorgfältiger Umgang mit Finanzen

Und last but not least: Ein sorgfältiger Umgang mit den Finanzen. „Wir haben gelernt, dass man für Geld arbeiten muss. Uns wurde beigebracht, dass man nur ausgeben kann, was man hat“, erklärt Günter Meyer sein konservative Grundhaltung. Die Volksbank Mindener Land war seit jeher an der Seite der Fleischerei Meyer. Mit Kundenberater Volker Fiestelmann besteht eine partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Was nicht verwunderlich ist, denn beide Unternehmen eint die über hundertjährige Verwurzelung in der Region –  die Volksbank Mindener Land nennt das „Nah.Echt.Stark.“, die Fleischerei Meyer „100 % Heimat – 100 % Tradition“.