Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

MitgliederAkademie der Volksbank Mindener Land eG

Patientenverfügung & Vorsorgevollmacht
Termin:

Donnerstag, 21. Februar 2019

18:30 Uhr

Ort: Volksbank Mindener Land eG, Marienstraße 124, 32425 Minden
Referenten:

Michael Koralewski, Anwaltsgemeinschaft David & Kollegen

Dr. Jörg Philipps, Facharzt für Neurologie, Geriatrie und neurologische Intensivmedizin am Johannes Wesling Klinikum

Teilnahme:

exklusiv für Mitglieder der Volksbank Mindener Land

Bericht zur MitgliederAkademie

„Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ die Zehnte…

…und kein Ende in Sicht. Rund 1000 Mitglieder informierten sich bereits seit 2014 in der Zentrale der Volksbank Mindener Land in der Marienstraße zu „Testament, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“. Weitere Interessensbekundungen liegen vor.

Erstmals wurde an diesem Abend allerdings der Themenkomplex „Testament/Erben“ zugunsten einer intensiveren Beschäftigung mit den Punkten „Patientenverfügung“ und „Vorsorgevollmacht“ außen vor gelassen.

Wie kann ich dafür sorgen, dass meine Wünsche an meine Betreuung inklusive der medizinischen Versorgung auch dann berücksichtigt werden, wenn ich sie selbst nicht mehr äußern kann? Was regelt eine Patientenverfügung, was die Vorsorgevollmacht?

Michael Koralewski und Dr. Jörg Philipps
Michael Koralewski und Dr. Jörg Philipps

Rechtsanwalt und Notar Michael Koralewski erklärte Hintergründe und Möglichkeiten aus juristischer Sicht. Die Vorsorgevollmacht mit Blickrichtung auf den Bevollmächtigten könne für Vermögensangelegenheiten und/oder für nicht vermögensrechtliche Angelegenheiten vereinbart werden – hierzu zählten alle medizinischen Entscheidungen. Die Patientenverfügung ziele auf behandelnde Ärzte und solle ihnen den Patientenwillen vermitteln, sofern dieser sich nicht mehr selbst äußern könne. Verschiedene Beispiele verdeutlichten seine Ausführungen.

Premiere als Referent der MitgliederAkademie hatte Dr. Jörg Philipps mit dem medizinisch-ethischen Blickwinkel. Der Facharzt für Neurologie, Geriatrie und neurologische Intensivmedizin am Johannes Wesling Klinikum engagiert sich auch im Ethik-Komitee des Klinikums. Seine Ausführungen zu Tod, Sterbehilfe und ethischen Fragen am Lebensende brachten vielen Anwesenden neue Erkenntnisse. Er beschrieb die Therapieleitbilder im Wandel der Zeit: Während vor Jahren der ärztliche Auftrag endete, wenn der Patient „austherapiert“ war, ist inzwischen die palliative Therapie mit dem Ziel, den letzten Lebensabschnitt zu erleichtern, Teil der ärztlichen Behandlung.

Sehr interessant auch seine Ausführungen zum Umgang mit Konflikten in der letzten Lebensphase über Therapiefortsetzung oder –abbruch und möglichen Lösungen über die Ethikberatung. Die Situation, dass Angehörige mehr Therapie forderten als für den Patienten gut sei, träte ebenso auf wie die schwierige Umsetzung einer unklar formulierten Patientenverfügung. Es sei immer das Ziel, den Patientenwillen soweit möglich zu befolgen. Je besser dieser bekannt sei, desto hilfreicher für alle Beteiligten. In Gesprächen mit Angehörigen, Pflegenden und Ärzten versuche man bei Unklarheiten oder Konflikten, diesen Willen zu ergründen.

Fazit aus beiden Blickwinkeln: Es ist wichtig, sich mit dieser Thematik rechtzeitig zu befassen und mit Personen meines Vertrauens zu besprechen. Das ist zwar keine Garantie, bietet aber die besten Chancen darauf, dass mein Wille berücksichtigt und umgesetzt wird.