Schlüsselburger Gedenktafel für Teilnehmer an den Befreiungskriegen hat viel zu erzählen

Volksbank Mindener Land ermöglichte aufwendige Restauration

Das ist schon eine spannende Geschichte, die der Schlüsselburger Stadtheimatpfleger Heinrich Rötger zu erzählen hat. Sie führt weit zurück bis ins 18. Jahrhundert und zeigt, wie Weltgeschichte sich bis ins Mindener Land – genau genommen bis nach Schlüsselburg - auswirkt.

Pastorin Esther Witte begrüßte die geladenen Gäste in der wunderschönen Schlüsselburger Kirche und freute sich über die Restaurierung.

Ohne Wilhem Schröder, der krankheitsbedingt leider nicht teilnehmen konnte, wäre diese Tafel verloren gewesen, erzählte Rötger. Denn Schröder wusste um die Existenz der Tafel, die seit den 1950er Jahren verschwunden war, und suchte akribisch die Schlüsselburger Bauernhöfe danach ab – was oft auf Unverständnis stieß.. Als er sie schließlich als Abdeckung für eine Heubodenluke fand, hatte sie durch die Ammoniakdämpfe im Stall schon Schaden genommen. Hartnäckig erinnerte er immer wieder daran, dass diese Tafel wiederhergestellt werden müsse, bis es dann endlich 2014 soweit war. Mit der Spende der Volksbank Mindener Land waren die finanziellen Möglichkeiten gegeben.

Die Restaurierung erfolgte in Rastede bei Ludmilla Henseler. Sie war und ist in vielen westfälischen Kirchen tätig und besitzt sowohl die nötige historische Erfahrung als auch eine gesunde Einschätzung für die Bedeutung der Tafel: “Sie muss zu uns sprechen! Es ist eine Besonderheit für Schlüsselburg, dass sie erhalten ist.”

Und die Tafel hielt noch eine Überraschung bereit: Sie war in zwei Schichten beschriftet! Nach aufwendigen Recherchen stellte sich heraus, dass es um die freiwilligen Schlüsselburger Teilnehmer an den Befreiungskriegen 1815 ging. Zum 40-jährigen Jubiläum 1855 wurde die Tafel überarbeitet – die alten Namen wurden überdeckt und neu sortiert, teilweise ergänzt, wieder aufgetragen.
Wilhelm Röttger hätte wahrscheinlich zu jedem Namen eine Geschichte erzählen können.

Dass diese Tafel als Zeitzeugin Menschen und Schiksale repräsentiert, betonten auch Ludmilla Henseler und Dr. Gerhard Franke (ehem. Kreisheimatpfleger). Ihr besonderer Dank ging an Peter Scherf von der Volksbank Mindener Land, die mit ihrer Spende diese Umsetzung erst ermöglicht hatte.