Mitgliederversammlungen 2017 mit Informations- und Unterhaltungswert

Drei tolle Tage im Maiwies´n Zelt

„Die regelmäßige Information unserer Mitglieder gehört für uns zum genossenschaftlichen Förderauftrag“, sagt Vorstandssprecher Peter Scherf – und sieht das als höchstpersönliche Vorstandsaufgabe auf den jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen der Volksbank Mindener Land.

Rund 2.300 Mitglieder nahmen die Einladung zu einer der drei angebotenen Veranstaltungen im Festzelt auf dem Mindener Simeonsplatz an. Dabei setzte der Gastgeber Volksbank Mindener Land auf das Prinzip „Infotainment“, die Verbindung von Information und Entertainment. Die Mitglieder konnten bequem mit dem eigens eingerichteten Busfahrdienst an- und abfahren und sich vorweg bei einem leckeren Imbiss stärken.

Peter Scherf informierte über die Entwicklung der Bank. Neben einer kurzen Einordnung des bilanziellen Ergebnisses lag der Schwerpunkt seiner Erläuterungen auf dem Zukunftsausblick und der „Förderbilanz“, die das vielfältige Engagement der Bank für die Region widerspiegelt.

Drei sehr unterschiedliche Referenten kamen an den drei Veranstaltungstagen anschließend zu Wort: Kabarettist Bernd Gieseking, Rückenspezialist Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer und „Mister Handball“ Horst Bredemeier unterhielten das interessierte Publikum bestens.

Zehn Grad mehr und Sonnenschein statt Außentemperaturen im teilweise einstelligen Bereich und Regen wären das Sahnehäubchen auf drei tollen Tagen gewesen. „So weit geht unser Einfluss leider nicht“, schmunzelt Scherf. Der Begeisterung vieler Mitglieder tat das keinen Abbruch, wie erste Rückmeldungen zeigen…

Bericht zur Veranstaltung mit Bernd Gieseking

Bernd Gieseking

Bernd Gieseking
Bernd Gieseking

Schon zehn Tage nach Anmeldestart war die Veranstaltung mit über 1.000 Gästen „ausverkauft“: Das zeigt sowohl den Heimbonus des gebürtigen „Kutenhiusers“ als auch die Identifikation mit dem Thema „Gefühlte Dreißig – Ein Hoffnungskabarett für Männer (und Frauen) um die Fünfzig“. Der Kabarettist und Autor Bernd Gieseking hatte aus eigenem Erleben allerhand dazu zu sagen, und sein Publikum erkannte sich scheinbar wieder und hatte viel zu lachen. Angefangen bei der Kindheit mit vielen Freiheiten („Die Kinder heute bekommen ein Handy, damit die Eltern sie überwachen können – das hätten damals lange Telefonkabel sein müssen bis zum Freibad…“) über Schulerfahrungen („Mein Grundschullehrer sagte meiner Mutter :‘Der Bernd schafft das Gymnasium‘ – das hat er mir aber nicht gesagt!“), Pubertätsgedanken („Meine Mutter sagte, im Mairegen wächst man – mit 28 habe ich es dann aufgegeben.“) Partnersuche, späte Klassentreffen und runde Geburtstage bis hin zu Erlebnissen mit den Eltern von damals bis heute: Seine Geschichten waren voller Humor und Wortwitz. Der häufige Zwischenapplaus zeigte: Sie kamen an! „Die schwierigste Turnübung ist immer noch, sich selbst auf den Arm zu nehmen“, sagte der Kabarettist Werner Fink - Bernd Gieseking ist ein Superturner!

Bericht zur Veranstaltung mit Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer (Moderation: Hermann Beckfeld)

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer & Hermann Beckfeld
Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer & Hermann Beckfeld

1.000 Gäste sorgten für ein ähnlich volles Zelt wie bei der „Maiwies´n“. Zum Thema „Das Kreuz mit dem Kreuz“  entspann sich zwischen Prof. Dietrich Grönemeyer und dem Chefredakteur der Ruhr-Nachrichten, Hermann Beckfeld, ein fesselnder Dialog, der auch das Publikum aktiv mit einbezog. Anhand einer Reise durch den Körper im  „U-Boot Grönny Bochum“ erfuhren die Gäste viel Wissenswertes. Zum Beispiel, dass 80 Prozent der Rückenschmerzen nicht von der Bandscheibe herrührten (das seien nur rund drei Prozent), sondern meistens von Verspannungen, Fehlhaltungen und zu wenig Bewegung. Mit kleinen, aber wirksamen und alltagstauglichen Übungen könne man selbst sehr viel gegen Rückenschmerzen tun, so Grönemeyer. Er animierte anhand einiger Beispiele zum Mitmachen und Ausprobieren, so dass zwischenzeitlich das ganze Zelt mit geschlossenen Augen auf einem Bein stand…

Jeder Mensch sei selbst „sein bester Arzt“, betonte der Experte: „Hören Sie in sich hinein!“ Beste Voraussetzungen für ein langes und gesundes Leben seien gesunde Ernährung – aber bitte mit Genuss - und regelmäßiger Sport: „Turne bis zur Urne!“ Denn mit der körperlichen Fitness gehe oft auch die geistige einher, wie Prof. Grönemeyer an Beispielen überzeugend darlegte. Nach seinem Vortrag stand der sympathische Rückenspezialist und Erfinder der Mikrotherapie für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Bericht zur Veranstaltung mit Horst Bredemeier

Horst Bredemeier

Horst Bredemeier
Horst Bredemeier

„Wir stehen hier auf historischem Grund!“ begann Horst „Hotti“ Bredemeier seine Reise durch die Handballgeschichte, die ihn selbst „Vom Postboten zum Mister Handball“ machte. Das Leben des 65-jährigen ist damit verknüpft wie kaum ein zweites, somit ist seine persönliche Geschichte eben auch die des deutschen Handballs.

An der Stelle des Maiwies´n-Zeltes stand zu Hottis Kinderzeiten nämlich die Simeonshalle, in der auf buckligem Boden und mit Ofenheizung hinter dem Tor der Hallen-Handball in Minden seinen Anfang nahm. Mit 10 Jahren durfte er mit im Sonderzug zur Westfalenmeisterschaft in Dortmund reisen – ein Erlebnis, dass er bis heute nicht vergessen hat. Die Leidenschaft war schon immer da – anfangs aber als Hobby neben dem Beruf des Postboten. Den Beginn der Handball-Bundesliga 1966, den ersten Titel vor 50 Jahren von GWD gegen Großwallstadt, Spielertypen in den 1970ern wie Herbert Lübking und Trainer wie Fritz Spannuth, der Spitzenleistungen durch Teamgeist bewirkte – Hotti konnte aus erster Hand davon erzählen. Die großen Namen der Handballszene, die Mäzene in den 1980er Jahren: Er kannte sie alle. „Irgendwie habe ich es immer geschafft, Leute begeistern zu können“, sagt er. Das erklärt auch den Erfolg des Trainers, Funktionärs und Managers. Viele Geschichten wie der Einkauf eines Spielers bei TuRu Düsseldorf mit Mäzen Wolfgang Struck (der mit Devisen spekulierte und 1988 „aus steuerlichen Gründen“ Deutschland verließ) oder das spontane Herrichten eines Geräteraums während der Handball-WM 2007 für diplomatische Gespräche zwischen Polen und Deutschland – wilde Geschichten, die heute so nicht mehr vorstellbar sind...

Aber auch von schwierigen Zeiten war die Rede, sowohl in seiner persönlichen Vita, als er mit der ersten gesamtdeutsche Handballmannschaft als Bundestrainer von den Olympischen Spielen 1992 mit einem enttäuschenden zehnten Platz nach Hause kam. Er trat zurück und fühlte sich ausgebrannt, die Leidenschaft war abhanden gekommen - glücklicherweise nur vorübergehend. Und sein Heimatverein GWD kämpfte 1997 und 2004 gegen die Insolvenz – mit seiner Hilfe und letzten Endes erfolgreich.

Der scheidende GWD-Manager schloss einen einstündigen Vortrag mit seinen Visionen für „seinen“ GWD: Dauerhafte Bundesligazugehörigkeit wäre toll, denn das sei das Aushängeschild des Vereins. Markenkern aber sei die gute Jugendarbeit, das Ziel: jedes Jahr einem Jugendspieler den Sprung in die Bundesliga zu ermöglichen.

Die Geschichten hätten sicher noch für weitere Stunden gereicht…


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