UNO erklärt 2012 zum "Int. Jahr der Genossenschaften"

Ban-Ki Moon: Beispiel für wirtschaftliches und sozial verantwortliches Handeln

Nicht die GmbH, auch nicht KG oder OHG und schon gar nicht die Aktiengesellschaft – es ist die Unternehmensform der Genossenschaft, die die Vereinten Nationen in diesem Jahr in den Blickpunkt weltweiten Interesses gerückt haben.

„Genossenschaften leben der internationalen Gemeinschaft vor, wie sich Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung verbinden lassen.“ Mit diesen Worten begründete UN-Generalsekretär Ban- Ki Moon vor der Vollversammlung in New York, warum die Weltorganisation das Jahr 2012 zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“ erklärt hat.

Genossenschaften in aller Welt sind dazu aufgerufen, auf ihre Rolle für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung ihrer Länder aufmerksam zu machen. In Deutschland haben die genossenschaftlichen Spitzenverbände eine gemeinsame Kampagne unter dem Motto „Ein Gewinn für alle – die Genossenschaften“ initiiert. Damit wollen sie den Bürgern die genossenschaftliche Idee nahe bringen und zugleich die Leistungsfähigkeit genossenschaftlicher Unternehmen erlebbar machen.

Internationales Jahr der Genossenschaften
Sie repräsentieren die Ziele der Genossenschaften: (v.l.) Peter Scherf (Volksbank Mindener Land), Karl-Heinz Eikenhorst (Raiffeisen Lübbecker Land), Achim Grube (GBSL Lübbecke) und Andreas Schwarze (Energie-Genossenschaft „Energie für uns“).

Auch in der mittelständischen Wirtschaft des Kreises Minden-Lübbecke spielen Genossenschaften seit vielen Jahren eine wichtige Rolle. Erste Gründungen von Kredit- und landwirtschaftlichen Genossenschaften in der Region erfolgten in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts. Die genossenschaftlichen Werte wie „Selbsthilfe“, „Selbstverwaltung“ und „Selbstverantwortung“ sind im Gebiet des heutigen Kreises Minden-Lübbecke auf besonders fruchtbaren Boden gefallen. In vielen Orten der früheren Landkreise Lübbecke und Minden gründeten sich in den Folgejahren und –jahrzehnten neue Genossenschaften, die sich später wieder zu größeren Einheiten zusammenschlossen.

Genossenschaftliche Strukturen sind heute in vielen Bereichen der regionalen Wirtschaft zu finden – von der Landwirtschaft über Handwerk und Handel bis zum Kreditgewerbe und der Wohnungswirtschaft. Auch Waldbesitzer, Jäger oder Inhaber von Fischereirechten aus dem Kreis Minden-Lübbecke haben sich zu Genossenschaften zusammengeschlossen. Als Körperschaften des öffentlichen Rechts sind sie vorrangig in der Natur- und Landschaftspflege engagiert.

Rund 109.500 Menschen zählt die „genossenschaftliche Familie“ im Kreis Minden-Lübbecke. Damit verfügt mehr als jeder dritte Einwohner über eine Teilhaberschaft an einem genossenschaftlichen Unternehmen und zugleich über weit reichende Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte. Die heimischen Genossenschaften aus den Bereichen Kredit, Agrar, Gewerbe, Konsum und Wohnungsbau sind zudem wichtige Räder im Getriebe der mittelständischen Wirtschaft.

Auch auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt der Region haben genossenschaftlich organisierte Unternehmen eine starke Position: Gemeinsam beschäftigen sie rund 4.000 Mitarbeiter, von denen sich aktuell noch 175 in der Ausbildung befinden.