Vor 125 Jahren schrieben die Ovenstädter Geschichte

Geburtsstunde der Volksbank Mindener Land schlug am 15. Februar 1888

Wenn das kein solides Fundament für eine sichere Bank ist: Auf nicht weniger als 18 Vorgängerinstitute gründet sich die Volksbank Mindener Land. Wenn es so etwas wie die Keimzelle der Bank gibt, dann liegt diese im Ortsteil Ovenstädt der Stadt Petershagen.

Auf Initiative des Kantors Dietrich Schäkel riefen dort am 15. Februar 1888 Dorfbewohner aus allen Schichten die erste Kreditgenossenschaft des Mindener Landes ins Leben: den „Spar- und Darlehnskassenverein Ovenstedt eGmuH“. Genau 125 Jahre später hat jetzt die Volksbank Mindener Land als Rechtsnachfolgerin an die Geburtsstunde erinnert: In einem Pressegespräch zogen die beiden Vorstandsmitglieder Peter Scherf und Ulrich Ernsting Parallelen von der Gründerzeit zur Gegenwart. Außerdem griffen sie zum Kuchenmesser und schnitten öffentlichkeitswirksam eine Jubiläumstorte an - die erste von insgesamt 31 (eine je Bankstelle) an diesem Tag.

Die neue Bank in Ovenstädt – sie war wie so viele genossenschaftliche Neugründungen in den Jahren zuvor und danach ein Kind der Not. Ulrich Ernsting: „In einem Akt der Selbsthilfe holten besser gestellte Bürger ihre Ersparnisse von der ‚hohen Kante‘, brachten sie zur Bank und erhielten dafür Zinsen. Wer Geld brauchte, konnte sich dieses jetzt zu fairen Bedingungen leihen. So profitierten alle gleichermaßen.“

Das positive Beispiel der Ovenstädter rief auch die Bewohner umliegender Dörfer auf den Plan. Bereits ein Jahr später gründeten die Bierder ihre eigene Kasse. Im Jahr darauf folgten die Bewohner von Holzhausen II, Windheim und Heimsen. Die letzten kreditgenossenschaftlichen Neugründungen erfolgten in Unterlübbe und Päpinghausen (1925), Südfelde (1926) und Eldagsen (1930). Eine erste Fusionswelle erfasste das Mindener Land in den 1970er-Jahren. Im Zuge der spektakulären Pleite der Kölner Herstatt-Bank und der daraus folgenden Einführung des Vier-Augen-Prinzips für Bankvorstände kam es zu ersten Zusammenschlüssen lokaler Institute. Zu Beginn der 90er Jahre war die Zahl der Vorgängerinstitute bereits auf fünf geschmolzen. Es sollte bis zum Jahr 2011 dauern, bis daraus mit der Volksbank Mindener Land eine Genossenschaftsbank mit über 32.000 Mitgliedern, 300 Mitarbeitern und 34 Bankstellen entstand.

Auch wenn das Bankgeschäft in den vergangenen 125 Jahren dramatische Veränderungen erlebt hat, gelten die alten Prinzipien der Gründer für die Volksbank Mindener Land bis zum heutigen Tag. Peter Scherf: „Was wir heute als ganzheitliche Beratung auf Augenhöhe bezeichnen, ist nichts anderes als die urgenossenschaftliche ‚Hilfe zur Selbsthilfe‘.“ Auch das alte Motto „Das Geld des Dorfes dem Dorfe“, ergänzt Ulrich Ernsting, sei aktueller denn je. Er führt aus: „Heute nennen wir das ‚Regionalprinzip‘. Das bedeutet: Unsere Heimat ist das Mindener Land. Hier sind unsere Kunden zu Hause. Und hier sind wir Wegbereiter für Investitionen, Arbeitgeber, Auftraggeber für das Handwerk, Steuerzahler und Förderer von Vereinen, Kunst und Kultur.“

Ihr Jubiläum will die Bank im weiteren Jahresverlauf bei verschiedenen Anlässen und insbesondere auf ihren traditionellen Mitgliederversammlungen thematisieren. Auf eine festliche Gala mit vielen Ehrengästen hat das Institut bewusst verzichtet. Peter Scherf: „Wir planen stattdessen eine Reihe dezentraler Aktionen, die unseren Mitgliedern und Kunden bzw. den einzelnen Regionen unseres Geschäftsgebietes unmittelbar zu Gute kommen sollen.“