Multiplikatoren-Veranstaltungen zum Bankstellenkonzept

Vorstandssprecher Peter Scherf, Bereichsleiter Vertriebsbank Jens Kopietz und der Bereichsleiter Marktmanagement, Rainer Schmidt, informierten mit Regionalleitern und den örtlichen Geschäftsstellenleitern über die vorgesehenen Veränderungen im Bereich Stemmer, Friedewalde, Südfelde, Haddenhausen und Holzhausen II. Offen und transparent werde die Volksbank Mindener Land das Bankstellenkonzept angehen, das im Geschäftsgebiet die Optimierung von 34 auf 22 Geschäftsstellen sowie Zusammenlegungen und Neubauten vorsieht, hatte Scherf bei der ersten Vorstellung Anfang Mai versichert. „Diese Offenheit und Transparenz möchten wir hier fortsetzen“, begrüßte der Vorstand die Vertreterinnen und Vertreter unter anderem aus Politik, Vereinen und Verbänden bei den Vor-Ort-Veranstaltungen.

Peter Scherf betonte, dass unter anderem die Banken- und Staatskrisen der vergangenen Jahre sowie die zunehmende Regulatorik im Bankenwesen erhebliche Auswirkungen auch auf die heimischen Kreditinstitute habe. Aber auch die verstärkte Wettbewerbssituation und die prosperierende Wirtschaft führe dazu, dass die Geldinstitute reagieren müssten.

„Das bedeutet, alles auf den Prüfstand zu stellen, die Ausgabeseite vernünftig zu strukturieren und unsere gute Beratung noch weiter zu verbessern“, erläuterte der Vorstandssprecher der Volksbank Mindener Land einige Inhalte des Bankstellenkonzepts. Es habe aber auch die Frage geklärt werden müssen: „Wie umfangreich ist unser Produktangebot heute und wie können wir das Angebot künftig kundengerecht verbessern?“ Dabei ist eine faire und transparente Preisgestaltung für die Mitglieder und Kunden der Volksbank Mindener Land zu berücksichtigen. Scherf betonte ausdrücklich: „Wir machen das nicht, um Arbeitsplätze abzubauen. Denn wir wissen sehr genau, dass hinter jedem Euro ein Gesicht steht.“

Bereichsleiter Jens Kopietz erläuterte den Anwesenden anhand von konkreten Zahlen detailliert die Veränderungen, die für die betroffenen Geschäftsstellenbereiche vorgesehen sind. So werden zum 1. Oktober die SB-Filiale in Stemmer und die Geschäftsstelle Südfelde an der Lavelsloher Straße in Friedewalde zusammengeführt. Eine Überführung der Kunden in benachbarte Filialen der Volksbank Mindener Land wird auch im Zusammenhang mit der Schließung der Geschäftsstelle Haddenhausen geschehen. Bis zum Verkauf dieser Immobilie wird die Filiale als SB-Geschäftsstelle betrieben. In die Optimierung des Bankstellenkonzepts investiere die Volksbank Mindener Land bis Ende 2017 rund neun Millionen Euro, kündigte der Vorstandssprecher an.

Kopietz und die örtlichen Geschäftsstellenleiter machten deutlich, dass sich für den größten Teil der Kundschaft die Wegelängen zu Geschäftsstellen und Geldautomaten kaum veränderten. Denn bei der Aufstellung des Bankstellenkonzepts in den vergangenen Monaten waren auch Kundenflüsse genau betrachtet und festgestellt worden, dass sich viele Volksbank-Kunden gar nicht unmittelbar in ihrer zuständigen Geschäftsstelle, sondern beispielsweise bei der Fahrt zur Arbeit in auf dem Weg liegenden Filialen der Services der Volksbank bedienen.

Zentrale Themen waren bei dem ersten Gesprächsabend im Hotel Stemmer Post ebenso wie bei den weiteren Veranstaltungen, dass die vertrauten Kundenberater den Kunden weiterhin zur Verfügung stehen. Scherf und Kopietz versicherten, dieses werde auf jeden Fall berücksichtigt. In Stemmer wurde zudem die Frage diskutiert, ob der Geldautomatenstandort am NP-Markt erhalten bleiben könne. Die Anwesenden brachten dabei ins Gespräch, eventuell einen gemeinsamen Automatenbetrieb durch Volksbank Mindener Land und Sparkasse in dem nördlichen Mindener Stadtteil vorzusehen. Ähnlich wie es eine Zeit lang im Johannes Wesling Klinikum praktiziert wurde.

Volksbank-Chef Peter Scherf verwies aber darauf, dass der gemeinsame Geldautomatenbetrieb im Klinikum aufgrund bankenrechtlicher Vorgaben habe eingestellt werden müssen. Er versicherte den Fragenden, dass er prüfen lassen werde, ob es inzwischen Veränderungen bei den Auflagen gegeben habe. Sollte dieses der Fall sein, werde die Volksbank Mindener Land mit der Sparkasse Gespräche aufnehmen.

Die Stemmeraner Ortsvorsteherin Heidrun Kruse und Volksbank-Vorstand Peter Scherf vereinbarten zudem ein Dorfgespräch in Stemmer, das in der vergangenen Woche stattfand und bei dem noch einmal den Einwohnern die Möglichkeit gegeben wurde, sich über das Bankstellenkonzept und seine Auswirkungen zu informieren. Deutlich wurde dabei, dass für die Kunden des NP-Marktes die Möglichkeit bestehe, sich mit Bargeld zu versorgen, wie Marktleiter Rolf Gründel erklärte: „Ich bin um jeden Euro froh, den ich nach Schließung nicht zählen muss.“ Ein Gespräch von Ortsvorsteherin Kruse mit der Sparkasse Minden-Lübbecke ergab dagegen, dass ein gemeinsam betriebener Geldautomat in Stemmer eher unwahrscheinlich sei.

Der Erhalt des Geldautomaten war auch zentrales Thema bei dem Gesprächsabend im Gasthaus Rohlfing in Haddenhausen. Der Volksbank-Vorstand vereinbarte mit Ortsvorsteher Thomas Jozefiak und anderen Anwesenden, die Geschäftsstelle Haddenhausen als SB-Standort zunächst offen zu halten. Die Schließung dieser Filiale werde erfolgen, wenn das Gebäude verkauft sei, betont Peter Scherf. Außerdem soll auch hier geprüft werden, ob in dem Ortsteil im Süden der Stadt dauerhaft ein Geldautomat installiert werden kann. Volksbank-Bereichsleiter Jens Kopietz erläuterte bei der Veranstaltung außerdem, dass sich die Volksbank an allen betroffenen Standorten intensiv um Nachfolgenutzungen für die Gebäude kümmere, aus denen eine Geschäftsstelle abgezogen werde.

Beim Multiplikatoren-Abend in Holzhausen II bedauerten die Anwesenden, dass eine der Ursprungsstätten der Volksbank Mindener Land ganz aufgegeben werde solle. Gleichzeitig bezeichneten sie das vorgestellte Bankstellenkonzept als schlüssig. Auf Bitten der Versammlung sicherte der Volksbank-Vorstand zu, die Geschäftsstelle offen zu halten, bis eine Nachnutzung des Gebäudes sichergestellt sei. In einem weiteren Treffen soll das Ergebnis noch einmal erörtert werden.

Vorstandssprecher Scherf dankte allen Teilnehmern der Gesprächsrunden für ihre konstruktive Unterstützung. „Für uns ist wichtig, Ihre Meinungen und Ideen zu hören, um das Bankstellenkonzept so kundenfreundlich wie möglich umsetzen zu können.“