Volksbank Mindener Land bündelt Kompetenzen im Regionalmarkt Lahde

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Die Volksbank Mindener Land setzt in ihrem Regionalmarkt Lahde auf eine optimale Bündelung der Kompetenzen am Standort der Hauptgeschäftsstelle in Petershagen-Lahde.

Bei einer Multiplikatorenveranstaltung in Humbkes Weinstube in Windheim erläuterten Vorstandssprecher Peter Scherf, der Generalbevollmächtigte der Volksbank, Andreas Krüger, der Bereichsleiter Vertriebsbank, Jens Kopietz, sowie die Regionalleiterin für den Regionalmarkt Lahde, Wiebke Brinkmann, am 1. April den Zuhörern die fortgeschriebenen Ergebnisse des aktuellen Bankstellenkonzepts. Dieses sieht im Rahmen der Neuausrichtung des gesamten Geschäftsstellennetzes und der damit verbundenen Optimierung bis 2017 das Zusammenfassen von aktuell 32 Standorten in 21 Geschäftsstellen vor.

 „Anliegen der Bank ist es, die Präsenz im Geschäftsgebiet zu sichern und das Angebot an Bankdienstleistungen in unveränderter Qualität aufrecht zu erhalten“, versicherte Vorstandssprecher Peter Scherf in Windheim.

Das Bankstellenkonzept, das seit der Verschmelzung der Volksbanken Minden-Hille-Porta und Petershagen zur Volksbank Mindener Land gemeinsam von Vorstand und Filialverantwortlichen unter genauer Betrachtung von Kundenwegen, Beratungsnachfragen und Kostenentwicklungen verfasst wurde, bedeutet für den Regionalmarkt im nordöstlichen Bereich von Petershagen eine deutliche Veränderung. So sollen die Geschäftsstellen Windheim, Neuenknick und Döhren, die als Selbstbedienungsfiliale betrieben wird, in der Hauptgeschäftsstelle an der Bahnhofstraße 62 in Lahde zusammengefasst werden. Dort sind nach Auskunft von Andreas Krüger noch ausreichend Raumkapazitäten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den betroffenen Geschäftsstellen vorhanden.

Hintergründe und Notwendigkeiten, warum die Volksbank auf das neue Konzept setzt, hatte zuvor der Bereichsleiter Vertriebsbank, Jens Kopietz, in einem ausführlichen und anschaulichen Vortrag den interessierten Anwesenden erläutert. Unter den Gästen auch die Ortsbürgermeister von Windheim und Neuenknick, Hermann Humcke und Olaf Wieland, sowie die auch für den Regionalmarkt Lahde zuständigen Aufsichtsratsmitglieder der Volksbank Mindener Land, Friedrich Wilhelm Hüneke und Marcus Sill.

Unter anderem stellte Kopietz drei Alternativen vor, wie eine Neuordnung des Regionalmarktes aussehen kann. Deutlich machte er, dass ein notwendig werdender Neubau der Geschäftsstelle in Windheim zwischen Grundschule und Brücke zwar eine sehr gute Erreichbarkeit bedeutet, aber mit erheblichen Investitionen in Millionenhöhe verbunden ist. Hohe Kosten entstehen auch bei einem Umbau der Geschäftsstelle Windheim, wobei sich bei genauer Betrachtung zeigt, dass dieser Standort für Kunden außerhalb von Windheim unattraktiv ist.

Bankstellenkonzept Regionalmarkt Lahde
Stellten am Mittwochabend in Windheim das aktuelle Bankstellenkonzept der Volksbank Mindener Land für den Regionalmarkt Lahde vor: Vorstandssprecher Peter Scherf, der Bereichsleiter Vertriebsbank Jens Kopietz und der Generalbevollmächtigte Andreas Krüger (von links).

„Das aktuelle und erwartete Kundenverhalten deutet mit Blick auf diese beiden Standorte außerdem in eine ganz andere Richtung“, betonte Vorstandssprecher Peter Scherf. So nutzen bereits jetzt mehr als 50 Prozent aller Neuenknicker Kunden andere Geschäftsstellen der Volksbank als in dem Ort selbst. In Windheim sind es sogar 64 Prozent. Hauptzielrichtung ist dabei die Hauptgeschäftsstelle in Lahde.

Jens Kopietz verwies daher auf die dritte Alternative des Bankstellenkonzepts – die Bündelung der Standorte in der Hauptgeschäftsstelle an der Bahnhofstraße. Zuvor hatte er zudem sehr anschaulich erläutert, dass sich der SB-Standort in Döhren nicht trägt. Bei durchschnittlich vier bis fünf Transaktionen in der Stunde während der täglichen 14-stündigen Frequenzzeit liegt dieser Automatenstandort mit insgesamt rund 23.500 Nutzungen im Jahr weit von den mindestens 60.000 Transaktionen entfernt, die für einen wirtschaftlichen Betrieb notwendig sind. „Und die Zahl in Döhren ist Jahr für Jahr rückläufig“, so Kopietz.

Aber gerade die Wirtschaftlichkeit muss zur nachhaltigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Volksbank Mindener Land  genau im Auge behalten werden, verdeutlichte Peter Scherf die Situation. „Wir müssen auf das veränderte Kundenverhalten, den stetig steigenden Wettbewerb und das gesamtwirtschaftliche Umfeld reagieren“, unterstrich auch Andreas Krüger, der einräumte, dass er nachvollziehen kann, wie emotional eine solche Entwicklung im Kundenkreis gesehen wird.

Der demografische Wandel macht sich ebenso bemerkbar, wie das wirtschaftliche und politische Umfeld. Aber gerade auch das veränderte Kundenverhalten, verbunden mit dem Trend zum Onlinebanking, ist von erheblicher Bedeutung, sagte Peter Scherf: „So steht für uns als Volksbank Mindener Land das Bemühen im Vordergrund, unseren Kunden auch in Zukunft eine optimale Beratung und Betreuung zu garantieren. Dazu sind behutsame Veränderungen erforderlich, wobei wir auch auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen, die als bewährte Ansprechpartner auch weiterhin unseren Kunden zur Seite stehen.“

Enttäuscht zeigten sich unter anderem die Ortsbürgermeister Hermann Humcke und Olaf Wieland darüber, dass die Volksbank von ihren ursprünglichen Überlegungen, den Standort Windheim zu erhalten, abgewichen sei: „Damit besteht die Gefahr, dass unsere Ortschaften noch weiter ausbluten.“ Zu Bedenken gaben die Zuhörer auch, dass besonders die ältere Kundschaft von den Geschäftsstellen-Schließungen betroffen sei.

Dem hielt Vorstandssprecher Scherf entgegen, dass  bis zum letzten Quartal des vergangenen Jahres nicht abzusehen gewesen ist, wie dramatisch sich der Kapitalmarkt in Europa seither entwickelt hat. So bereitet die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer Politik des billigen Geldes der Bankwirtschaft insgesamt Probleme. Die Sprache von einem Negativzins ist bis dahin undenkbar gewesen. „Die Kreditinstitute müssen auf diese Entwicklung reagieren, um wirtschaftlich fortbestehen zu können“, mahnte Peter Scherf. Gleichzeitig betonte er, dass Angebote immer schon vorhanden gewesen sind, immobile Kunden zuhause beispielsweise mit Bargeld zu versorgen.

Auf die Nachfrage von Friedrich Engelking aus Döhren, warum die Bank nicht von den „fetten Jahren“ zehre, die aktuelle Situation beispielsweise die nächsten fünf Jahre überbrücke und die Geschäftsstellen offenhalte, erläuterte der Volksbank-Vorstand am Beispiel der Kreditvergabe: „Zurzeit müssen wir je 100 Euro Kredit, die wir vergeben, mit acht Euro Eigenkapital unterlegen.“ Bis 2019 aber verlangt die Bankenaufsicht eine Unterlegung in Höhe von 13 Euro, sodass es keine Spielräume gibt.

Der Absicht der Volksbank Mindener Land, die drei Filialen zum 30. Juni dieses Jahres zu schließen, hielt Karl-Heinz Kolbus, früher selbst Jahrzehnte verantwortlich bei der Genossenschaftsbank in Windheim tätig, entgegen, ob es nicht Möglichkeiten gäbe, den Standort Windheim vorübergehend weiter offen zu halten. Der Volksbank-Vorstand versicherte, dieses zu prüfen und verwies auch darauf, dass es mit dem Landbund in Döhren Gespräche gibt, die Bargeldversorgung über den dortigen Raiffeisen Landbund abzuwickeln.

Abschließend betonten die Aufsichtsräte Marcus Sill und Friedrich Wilhelm Hüneke nach fast zweistündiger Diskussion, dass auch sie als Vertreter der Genossenschaftsbank von der Entwicklung überrascht worden sind: „Wir müssen uns aber der Realität stellen.“ Die allgemeine Perspektive der Bankwirtschaft und der Blick in die Zahlen zeigt, dass es keine andere Möglichkeit gibt als die Kräfte und Kompetenzen zu bündeln. „Denn schließlich steht besonders der Vorstand in der Verantwortung, die Bank wirtschaftlich im Sinne der Mitglieder und Kunden in die Zukunft zu führen.“